Zur Geschichte der Grenzsteine

Im Kloster Mariengarden in Burlo wurde im Jahr 1765 die Grenze zwischen dem damaligen Fürstbistum Münster und der heutigen Provinz Gelderland neu festgelegt. Es wurde auch beschlossen, sie mit Grenzsteinen zu markieren. In 1766 wurden daraufhin beginnend mit der Nummer 1 in Rekken/Wennewick-Oldenkotte im Dreiländereck Overijssel, Gelderland, Münsterland und endend mit der Nummer 186 an der „Rietstaper Brücke“ in Dinxperlo/Suderwick insgesamt 186 Grenzsteine aufgestellt. Die noch verbliebenen Steine stehen natürlich im Mittelpunkt der Wanderungen. Sie sind ein altes deutsch-niederländisches Kulturgut. Überwiegend handelt es sich bei ihnen um sogenannte Wappen- oder Fürstensteine, die aus Bentheimer Sandstein gehauen wurden. Auf ihnen ist neben der Jahreszahl 1766 und der jeweiligen Nummer des Steines auf der niederländischen Seite das Wappen der Provinz Gelderland und auf der deutschen Seite das Wappen des Fürstbistums von Münster eingemeißelt. Im Laufe der Zeit wurden auch noch weitere Steine in verschiedenen Formen dazwischen gesetzt und die Steine neu durchnummeriert.

 

Originalgetreue Nachbildung neben dem inzwischen stark verwitterten Grenzstein Nr. 181 am Heelweg in Suderwick, dessen besondere Geschichte dort nachzulesen ist. Deutlich zu erkennen ist das geldrische Wappen mit den beiden sich gegenüberstehenden Löwen. Die andere Seite zeigt das Wappen vom Fürstbischof von Münster.


Zu den Wanderungen


Gewandert wird querfeldein über Wiesen und Felder, Zäune und Gräben durch unwegsames Gelände in der Natur soweit wie möglich an den Grenzsteinen entlang. Entsprechende Fitness und gutes Schuhwerk sind mitzubringen. Die Strecken sind alle etwa 12 Kilometer lang.


Am Ende der beiden ersten Etappen werden die Teilnehmer mit einem Bus zurück zum Start gefahren. Bei der 3. Etappe werden die Wanderer zum Grenzübergang nach Oeding gebracht und laufen diese zum Start am Roerdinkhof in Woold (NL) zurück. Die Transferkosten sind mit dem Startgeld von 4 € je Teilnehmer abgegolten
Bis auf die ersten 1,5 Kilometer der 1. Etappe führen die Wanderungen durch die abwechslungsreiche kleinstrukturierte Landschaft des niederländischen Achterhoeks und deutschen Münsterlandes. Die Wanderer lernen sonst kaum zugängliche Gebiete kennen, in denen sich in früheren Zeiten spannende Begegnungen zwischen Schmugglern und Zöllnern abspielten. Um diese Figuren ranken sich ernste wie humorvolle, wahre und sicherlich auch erfundene Geschichten.


Erste Etappe startet in Suderwick/Dinxperlo


Bei der ersten Wanderung ab Suderwick/Dinxperlo startet man dort, wo früher der letzte der in 1766 gesetzten Steine mit der Nummer 186 gestanden hat. Sein Jubiläum kann er nicht feiern. Er wurde, wie auch die ursprünglichen Grenzsteine am Heelweg, abgebaut und wegtransportiert, als Suderwick-West 1949 unter niederländische Auftragsverwaltung kam. Erst in 1963 wurde dieser Zustand wieder aufgehoben. Mehr Informationen hierüber und über andere Besonderheiten an der kurios verlaufenden Staatsgrenze durch das „Zwillingsdorf Dinxperwick“ werden den Wanderern an die Hand gegeben. So erfährt man beispielsweise an der künstlerisch wertvoll gestalteten Kirche St. Michael, dass die Staatsgrenze eine zeitlang auch Religionsgrenze war.

Diese Kirche aus 1765 ist auch gerade erst 250 Jahre alt geworden und entstand aus einer der Missionsstationen, die der Fürstbischof von Münster zur Zeit der Reformation an den Bistumsgrenzen bauen ließ. Beim Gang in die „Taverne“ im Brückenschlag über dem Heelweg erlebt man, dass die Grenze heute kaum noch ein Hindernis ist, im Gegensatz zu den Zeiten, an die dort eine großformatige Bilderserie erinnert. In diesem deutsch-niederländischen Begegnungszentrum kann man gerne sein erstes „kopje koffie“ zu sich nehmen. Überhaupt ist es Ziel der Wanderungen, dass sich neben der sportlichen Aktivität möglichst viele Wander- und Geschichtsfreunde von beiden Seiten der Grenze begegnen und ins Gespräch kommen.


Im Verlauf der weiteren Etappen erfährt man auch, ob es schaurig ist, durch das Reyerdings Venn oder Burlo-Vardingholter Venn zu gehen oder ob man dort mehr auf besondere Naturschönheiten und selten gewordene Pflanzen aufmerksam wird. Auf dem „Roerdinkhof“, dem Start- und Endpunkt der letzten Etappe, kann man auch die älteste Scheune der Niederlande besichtigen und dort einkehren. Unterwegs ist durchaus damit rechnen, dass man in eine „Zollkontrolle“ gerät oder von Jagdhornbläsern musikalisch begrüßt wird. Die Veranstalter garantieren, dass bei allen zu übersteigenden Weidenzäunen der Strom abgestellt ist. An allen Endpunkten und teilweise auch unterwegs sind Verpflegungsstationen eingerichtet.


Veranstalter


Die Grenzsteinwanderungen werden organisiert durch die Heimatvereine Suderwick, Barlo, Burlo und Oeding, die Stichting Bewaar´t Olde Dinxperlo, Spork Aktiv und die Historischen Kringe Woold und Kotten. Diese Vereine arbeiten hier grenzüberschreitend zusammen und sind jeweils für die Strecken zuständig, die an ihren „Heimatgebieten“ vorbeiführen. Die Vereine werden unterstützt von einigen Veranstaltungspartnern.


Die „Grenzsteinwanderungen“ finden an den nachstehend genannten Terminen statt:

1. Etappe:
Dinxperlo / Suderwick bis Kreuzkapelle in Hemden
Sonntag, 17. Januar 2016
Start am Schlagbaum Grenzübergang Dinxperlo / Suderwick West; Nähe „Brüggenhütte“, Verbindungsweg Anholtseweg (Dinxperlo) / Dinxperloer Straße (Suderwick)
Veranstalter: Heimatverein Suderwick, Stichting Bewaar´t Olde Dinxperlo, Spork Aktiv und weitere Veranstaltungspartner

2. Etappe:
Kreuzkapelle in Hemden bis Roerdinkhof in Woold
Sonntag, 31. Januar 2016
Start an der ehemaligen Kreuzkapelle, Kreuzkapellenweg Nr. 8, Bocholt-Hemden
Veranstalter: Heimatverein Barlo, Historischer Kring Woold


3. Etappe:
Grenzübergang Oeding bis Roerdinkhof in Woold
Sonntag, 14. Februar 2016
Start am Roerdinkhof, Roerdinkweg 1, Winterswijk-Woold (NL)
Nur für diese 3. Etappe wird um Anmeldung bis zum 1. Februar 2016 gebeten unter
Tel.: 0031 (0) 543 564 306 oder 0031 (0) 543 564 247
oder auch per Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Die Teilnehmer laufen für sich, allein oder mit mehreren. Man kann in der Zeit zwischen 9.00 und 12.00 Uhr starten. Die Strecke ist markiert.
Über den Verlauf der einzelne Etappen, den Standorten der Grenzsteine können Sie sich in den beigefügten PDF informieren.
Der Fachbereich Geoinformation und Liegenschaftskataster des Kreises Borken hat die Standorte der Bundesgrenzsteine in einer digitalen Karte eingearbeitet. Diese kann man einsehen unter:


www.kreis-borken.de/grenzsteine

Quelle/Autor/Fotos:
Johannes Hoven, Heimatverein Suderwick sowie Geschäftsstelle der Kreisheimatpflege Borken