Drei Isselburger Ortsteile bewerben sich
Isselburg - Isselburg, Vehlingen und Werth haben sich für den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ beworben.
Am Dienstag hat die Bewertungskommission die drei Ortsteile besucht – und zeigte sich beeindruckt.

Es geht nicht mehr um die Schönheit, sondern um die Zukunft der Dörfer: „Schön sind alle unsere Dörfer. Es gibt keine Misthaufen mehr vor der Tür wie in den 60er-Jahren“, sagte Roland Schulte, Leiter der Bewertungskommission des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“, der sehr lange „Unser Dorf soll schöner werden“ hieß. Gestern (Dienstag, 1. Juli) war die Jury gleich in drei Isselburger Ortsteilen, Isselburg, Vehlingen und Werth, unterwegs, um sich zukunftsweisenden Projekte anzuschauen.

Start war am Morgen in Isselburg, wo es Kaffee und Begrüßungsworte von Bürgermeister Rudi Geukes gab. Vertreter des Heimatkreises präsentierten dann mit strammem Zeitplan die Neuerungen der vergangenen Jahre. Los ging es am Wehrturm an der Issel, wo der Heimatverein plant, die Grünfläche umzugestalten. Allerdings: „Über Geld haben wir noch nicht gesprochen“, wie Bauamtsleiter Klaus Dieter Spaan anmerkte. Klemens Hakvoort vom Heimatkreis zeigte sich indes zuversichtlich. Der Heimatkreis habe schließlich immer wieder Geld für Projekte aufgetrieben.

„Sehr interessant“ sei die Tour durch Isselburg gewesen, berichtete Roland Schulte beim Abschlussgespräch im Werther Heimathaus. „Es war richtig, ein Mal beim Wettbewerb auszusetzen und nicht alle drei Jahre dabei zu sein. Sonst haben die Orte nicht die Möglichkeit, etwas Neues zu bieten.“ Isselburg habe indes viel Neues gezeigt.

In Vehlingen begleiteten Klaus Dieter Spaan, der Mitglied der noch jungen Heimatfreunde ist, sowie weitere Aktive und Mitglieder des Bürgerhaus-Vereins die Jury. Hier habe sich eine Diskussion darüber entspannt, wie man Dörfer für Familien und junge Leute attraktiv hält, berichtete Roland Schulte. „Wir haben keine Eier legende Wollmilchsau gefunden, wie der demografische Wandel auszugleichen ist.“ Doch Vehlingen, das zum ersten Mal beim Wettbewerb dabei ist, habe sich „ganz ordentlich“ präsentiert und gezeigt, dass die Menschen Initiativen entwickeln, um den Ort attraktiv zu halten.

Letzte Station des Tages war Werth, das mit dem Heimatverein schon häufiger im Wettbewerb angetreten ist. „Die Werther Mühle haben wir in allen Stufen, von der Ruine bis zum Dorfmittelpunkt mit dem Weihnachtsmarkt drum herum erlebt“, sagte Schulte. „Werth hat sich weiterentwickelt.“ So sei die Sanierung des Rathauses durch Privatleute hervorzuheben.

„Die Zukunftsausrichtungen sind sehr unterschiedlich,“ sagte Schulte zum Vergleich der drei Ortsteile. Aber: „Wir haben drei schöne Orte gesehen, die Zukunft haben und in denen auch diskutiert wird.“

 

Kleines Teilnehmerfeld im Kreis Borken

Für die erste Stufe des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ haben sich kreisweit nur sechs Orte gemeldet: Neben den Isselburger Ortsteilen Isselburg, Vehlingen und Werth sind das Schöppingen-Eggerode, Legden-Asbeck und Vreden-Zwillbrock. Die letzteren drei Orte wird die Bewertungsjury am Mittwoch bereisen und anschließend ihre Einschätzung abgeben. Ein Dorf aus dem Kreis Borken kann in den Landesentscheid 2015 gehen und von dort aus in den Bundeswettbewerb, der 2016 abgehalten wird. „Der Wettbewerb soll dazu beitragen, die vielfältigen Funktionen der Dörfer darzustellen und beispielhafte Leistungen der Bürger zu zeigen“, sagt Roland Schulte, Leiter des Fachbereichs Natur und Umwelt des Kreises Borken, der den Wettbewerb leitet. Ebenfalls Mitglieder der Jury sind Ursula Sieverding vom Kreislandfrauenverband, Stadtbaurat Frank Vetter aus Gronau, der Bocholter Georg Ketteler als Vertreter der Heimatvereine sowie Cordula Thume und Stefan Pelz als Fachabteilungsleiter im Fachbereich Natur und Umwelt des Kreises Borken. Den Wettbewerb, der ursprünglich „Unser Dorf soll schöner werden“ hieß, gibt es seit etwa 50 Jahren.